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Fiat hat einiges aufzuholen. Modellpolitik und mangelnde Qualität ließ die Zulassungszahlen der Italiener in Deutschland einbrechen, selbst im Mutterland wilderte die Konkurrenz kräftig. Mit neuen Modellen wie dem Idea soll alles besser werden. Das Grundkonzept stimmt: Auf kleinem Raum präsentiert der kleine Italiener viele praktische Detaillösungen und fürstliche Platzverhältnisse für ein Fahrzeug dieser Größe. Die Preise beginnen bei 13 290 Euro für einen 1,2-Liter-Benziner und enden bei 17 890 Euro für den stärksten Diesel in der Ausstattung Emotion. Seit vergangenen Sonnabend steht er bei den Händlern.

 

Auf 3,93 Metern Länge, immerhin 13 Zentimeter weniger als der Mitbewerber Opel Meriva, finden vier Erwachsene Raum zum bequemen Reisen. Der lange Radstand von 2,51 Metern sorgt für Platz. Durch die stattliche Höhe von 1,66 Metern fühlen sich auch groß gewachsene Menschen im Fond wohl. Die Rückbank ist längs verstellbar und lässt so je nach Bedarf mehr Raum für Mensch oder Gepäck. Zusätzlich ist die Rückenlehne in der Neigung bis zu 45 Grad verstellbar, so wird aus dem gewöhnlichen Gestühl fast ein Liegesitz.

Vorn ist das Platzangebot für ein Fahrzeug dieser Größe ebenfalls gut, dank des höhenverstellbaren Sitzes und des in Höhe und Tiefe verstellbaren Lenkrades findet der Fahrer problemlos eine ordentliche Sitzposition. Freundliche Farben bei den etwas dünnen Polstern sorgen zusätzlich für einen guten Gesamteindruck. Die Zahl der Variationen bei der Sitzverstellung gibt Fiat mit über 30 an, die Vordersitze lassen sich umlegen und lassen so viel Raum auch für langes Gepäck. Mehr als 1400 Liter Kofferraumvolumen bei umgelegten Sitzen ist ein hervorragender Wert für ein Auto dieser Länge.

Die Instrumente sind mittig platziert, links und rechts sorgen zwei große Staufächer für Ablagefläche. Die Platzierung der Instrumente geht leider zu Lasten der Funktionalität: Das Ablesen gerät bei tief stehender Sonne von hinten zum Problem. Ansonsten gibt die Bedienung keine Rätsel auf - alles sitzt am rechten Fleck. Der Qualitätseindruck der verwendeten Kunststoffe ist befriedigend, bei schlechten Straßen rappelt es allerdings gelegentlich im Gebälk. Die große Zahl von maximal 27Ablagen ist praktisch, so lange der Fahrer behält, wo er seine Habe verstaut hat.

Die ersten Fahreindrücke sind zwiespältig: Der Idea liegt gut auf der Straße und federt auf langen Bodenwellen befriedigend, er mag aber keine kurzen Schläge, dann hoppelt er teilweise ungelenk über Unebenheiten. Durch den hohen Aufbau legt er sich trotz straff ausgelegter Federung kräftig in Kurven, ist aber jederzeit beherrschbar. ESP ist leider nur gegen Aufpreis erhältlich (500 Euro). Die Lenkung spricht nur bedingt zielgenau an. Sie verfügt über die aus dem Punto bekannte City-Funktion, die Parken noch leichter macht, weil sie die Servounterstützung verstärkt.

Zum Start bietet Fiat den Idea mit vier verschiedenen Motorisierungen. Zwei Common-Rail-Diesel, bei den Italienern Multijet genannt, die 51 kW/70 PS und 74 kW/100 PS leisten, sowie zwei aus dem Punto bekannte Benziner mit 59 kW/80 PS und 68 kW/95 PS. Während die Diesel sich laufruhig und sparsam präsentieren, ist zumindest der stärkere Benziner recht laut und verfügt über wenig Durchzug. Der Basis-Benziner stand für die erste Ausfahrt nicht zur Verfügung. Die Diesel sind die bessere Empfehlung, die allerdings auch bezahlt werden will. Gerade der völlig neu entwickelte kleinere Diesel reicht mit gutem Durchzug und einem maximalen Drehmoment von 180 Newtonmetern bereits bei 1750 Touren für den automobilen Hausgebrauch völlig, nur auf der Autobahn geht im mit einer Höchstgeschwindigkeit von 159 km/h etwas früh die Luft aus. Die Selbstzünder erfüllen allerdings nur Euro 3, eine Einführung eines Partikelfilters ist vorläufig nicht geplant und aufgrund des geringen Gewichts auch nicht notwendig. Allerdings stellte Fiat die Erfüllung der Euro 4-Norm auch ohne den Filter in Aussicht.

In der Aufpreisliste hat der Idea vieles an Bord, was sonst eher in höheren Klassen üblich ist: Zwei-Zonen-Klimaanlage, ein Sky Dome genanntes, zweiteiliges Glasdach, Regen-, Park- und Dämmerungssensor oder ein Navigationssystem. Die Sicherheitsausstattung ist mit mindestens vier Airbags (zwei zusätzliche Seitenairbags kosten 250 Euro extra) und ABS auf der Höhe der Zeit.

13 000 Exemplare will Fiat vom Idea jährlich in Deutschland verkaufen, europaweit sollen es 120 000 werden. Angesichts des fairen Preises, der hohen Variabilität und des flotten Äußeren des italienischen Mini-Vans ist das durchaus realistisch, zumal er von den Versicherungen niedrige Kasko-Einstufungen erhalten hat, was für geringe Folgekosten spricht.

Technische Daten: Fünftüriger Mini-Van, Motoren quer eingebaut, Länge/Höhe/Breite mm 3930/1660/1698, Radstand 2508 mm, V-max. 163 bis 179 km/h, Verbrauch im Drittelmix 5,1 Liter Diesel bis 6,6 Liter Superbenzin, Kofferraum 320 bis 1420 l., Gewicht 1155 bis 1200 kg, Preis ab 13 290 Euro.

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