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Jaguar X-Type Estate 2.0 D

Mancher Jaguar-Freund hat sich wahrscheinlich verwundert die Augen gerieben, als Jaguar nicht nur einen Kombi ankündigte, sondern auch noch einen Selbstzünder einbaute. Der Erfolg gibt den Marktstrategen Recht: Der X-Type Estate verkauft sich gut und sorgte dafür, dass die Briten 20 Prozent mehr Autos seit der Einführung des Lifestyle-Kombis auf der Habenseite verbuchen konnten. Und wer die Kombination erst mal gefahren hat, merkt, dieses Paket wurde gut geschnürt.

 

Die kleinste Katze sprengt mit einer Länge von 4,72 Metern fast schon die üblichen Maße in diesem Segment. Die Mitbewerber Audi A4 Avant, BMW 3er Touring und Mercedes C-Klasse T-Modell sind alle kürzer. Deswegen verwundert die relative Enge auf den Vordersitzen. Hier geht es recht gemütlich zu, der breite Mitteltunnel kostet Platz. Trotzdem sitzt der Fahrer sehr bequem, das Gestühl (in der Version Executive mit elektrisch verstellbaren Ledersitzen) lässt keine Wünsche offen. Auch die Verarbeitung, früher nicht unbedingt die Domäne der Briten, macht einen guten Eindruck. So schwelgen die Passagiere in Holz und Leder satt und freuen sich, dass die Zahl der gleichen Bauteile mit dem Ford Mondeo im Interieur sich optisch nicht bemerkbar macht.

Was der X-Type vorne an Platz vermissen lässt, offeriert er den Fond-Passagieren. Hier geht es großzügig zu, selbst große Menschen sitzen bequem. Auch der Kofferraum offeriert mit einem Ladevolumen zwischen 452 und 1415 Litern mehr Platz als die meisten Mitbewerber. Mit rund 500 Kilogramm Zuladung ist dafür gesorgt, dass man den Laderaum vernünftig nutzen kann. Die Ladeluke ist allerdings durch die eingezogenen Rückleuchten recht eng, die Ladekante recht hoch. Hier ging die Optik klar vor Nutzen. Die Heckscheibe lässt sich separat öffnen, praktisch für den Einkauf. Das Umlagen der Rücksitze ist einfach und lässt sich mit wenigen Handgriffen erledigen.

Diesel und Jaguar, passt das zusammen? Es passt sogar sehr gut. Das Zweiliter-Aggregat mit Common-Rail-Technik wurde von der Mutter Ford übernommen und an den X-Type angepasst. Es leistet 96 kW/130 PS und erreicht sein maximales Drehmoment von 330 Newtonmeter bereits bei 1800 U/min.. Eine Traktionskontrolle hilft, die reichlich vorhandene Kraft auf die Straße zu bringen. Das reicht, um in 10,2 Sekunden auf Tempo 100 zu spurten, der Vortrieb endet erst bei 198 km/h. Akustisch gibt sich der Motor zurückhaltend, leider ist der Spritkonsum von acht Litern im Durchschnitt kein Wert, der Begeisterung auslösen könnte. Der von Jaguar angegebene Durchschnittsverbrauch von 5,8 Litern ist auch bei vorsichtiger Fahrweise nicht machbar. Da sind andere sparsamer. Das gut zu handhabende Fünfganggetriebe passt gut zum Motor, ein sechster Gang wird nicht vermisst.

Das Fahrwerk des Baby-Jags ist eher komfortabel als sportlich ausgelegt. Das macht ihn zum angenehmen Gleiter auf langen Strecken, in schnell gefahrenen Kurven geht die Katze kräftig in die Knie und neigt zum Übersteuern, dann greift das serienmäßige ESP ein. Die Abstimmung ist Geschmackssache. Ein BMW oder Audi fährt sich sportlicher. Auf groben Unebenheiten neigt der Jaguar zum Poltern. Eine positive Erwähnung verdienen die kräftigen und gut dosierbaren Bremsen.

In Sachen Sicherheit ist der X-Type auf Klassenniveau. Sechs Airbags, die Traktionskontrolle TSC, ABS, sowie ESP samt Bremsassistent lassen keine Wünsche offen. Bleibt der Preis: Die Katze mit Rucksack dieselt ab 28 850 Euro, der Testwagen in der Ausstattung Executive mit Navigationssystem, Xenon-Licht und vielen weiteren Extras kostet 38 720 Euro. Der niedrige Grundpreis, das einmalige Flair und seine Exklusivität machen den Jaguar Estate zu einer echten Alternative bei den so genannten Lifestyle-Kombis, die sich angenehm von den Mitbewerbern abhebt. Gerade im Fond bietet er außerdem aufgrund seiner Länge verhältnismäßig viel Platz. Die Premiere eine Jaguar im Kombi-Kleid kann also durchaus als gelungen bezeichnet werden.

Länge/Breite/Höhe: 4716/1789/1483 mm, Radstand 2710 mm, Wendekreis 10,84 m, Leergewicht 1559 kg, maximale Zuladung 500 kg, Kofferraum 445 bis 1415 l, Tank 62 l; Vierzylinder-Dieselmotor mit Common-Rail-Technik, Vierventiltechnik, Hubraum 1998 ccm, maximales Drehmoment 330 Nm bei 1800 U/min, Abgaseinstufung Euro 3, Fünfgangschaltgetriebe, Frontantrieb. Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 198 km/h, Beschleunigung auf 100 km/h in 10,2 Sekunden, Normverbrauch im Mittel 5,8 l /100 km, Testverbrauch 8,0 l Diesel; Preis ab 28 850 Euro, Testwagenpreis mit fast allen Extras 38 720 Euro.

Von Stephan Bähnisch

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