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Nissan Primera Traveller

Am Nissan Primera scheiden sich die Geister. Das Design - für einen japanischen Kombi schon fast futuristisch zu nennen - gefällt den deutschen Kunden scheinbar weniger als der konservativer gestaltete Vorgänger, der sich besser verkaufte. Dabei bietet der Primera viel Auto für Geld und ist ein bequemer Reisebegleiter mit ordentlich Platz. Im Test der Bestseller der Baureihe mit dem 1,8-Liter-Benziner und 85 kW/116 PS.

 

Im Spätsommer hat Nissan die Mittelklasse überarbeitet und dem Primera unter anderem ein strafferes Fahrwerk und eine neue Bedienungskonsole verpasst. Auch die Stoffe der Polster und die Türverkleidungen wurden aufgefrischt. Das straffere Fahrwerk ist aber immer noch relativ weich, was in Kurven eine kräftige Neigung zur Folge hat, aber gleichzeitig für hohen Komfort sorgt. Schlaglöcher und Fahrbahnunebenheiten werden souverän glatt gebügelt. Die neuen Materialien werten den Primera deutlich auf - verschwunden ist der Plastik-Look der ersten Ausgabe, jetzt dominieren veloursartige Stoffe. Die Verarbeitung machte einen soliden Eindruck.

Die Handhabung des "N-Form" genannten und frisch überarbeiteten Bedienungssystems allerdings erschließt sich dem Fahrer nicht sofort. Das Suchen auf den Tasten des futuristisch anmutenden Tastenträgers kann durchaus einige Minuten dauern, bevor sich der Zugang zu bestimmten Funktionen finden lässt. Schade, denn das Ganze sieht gut aus, der Ansatz ist auch durchaus logisch. In Verbindung mit bestimmten Mobiltelefonen stellt das System einen "direkten Draht" her und ist eine Art erweiterte Freisprecheinrichtung. Ansonsten sitzt es sich bequem, das neue Vierspeichenlenkrad verfügt über Bedientasten für die wichtigsten Funktionen und eine verschiebbare Armlehne für zusätzlichen Komfort. Die mittig platzierten Rundinstrumente sind gut ablesbar.

In der Testversion "Acenta" - das ist die mittlere Ausstattungslinie - war so ziemlich alles an Bord, was Autofahren erleichtert. Zum Paket gehören unter anderem ein Navigationssystem oder eine Geschwindigkeitsregelanlage. Bei allen Primera ist eine Rückfahrkamera mit farbigem Bild an Bord, die das Rangieren erleichtert.

Ein Kombi wird vor allem wegen des Kofferraums gekauft. Mit einem Ladevolumen zwischen 465 und 1670 Litern weiß der Primera Traveller dabei nur bedingt zu überzeugen, andere Mitbewerber in dieser Klasse bieten mehr. Die coupéhafte, flache Dachlinie sieht gut aus, kostet aber Platz für das Gepäck und die Fonpassagiere vor allem bei der Kopffreiheit. Außerdem ist die Ladekante mit 65 Zentimetern hoch, was das Einpacken zum Beispiel von Getränkekisten nicht einfacher macht. Die Rücklehnen lassen sich leicht umlegen, es entsteht eine ebene Ladefläche.

Der 1,8-Liter-Benziner ist solide, reißt aber insbesondere in Verbindung mit der Vierstufen-Automatik keine Bäume aus. Zum gemütlichen Gleiten er eine gute Empfehlung, wer es rasant mag, ist hier an der falschen Adresse. Die Automatik schluckt durch den Wandler deutlich Schwung. Dafür bleibt das Geräuschniveau niedrig, auch der Verbrauch von 8,8 Litern Super geht in Ordnung. Die Gangwechsel erfolgen angenehm ruckfrei.

In Sachen Sicherheit ist die Nissan-Mittelklasse auf der Höhe der Zeit: Sechs Airbags und ABS fahren immer mit, ESP kostet allerdings außer in der Ausstattung "Tekna" 650 Aufpreis. Das Fahrverhalten ist dank des neuen Fahrwerks absolut unproblematisch auch bei voller Beladung.

So macht der Primera Traveller insgesamt einen guten Eindruck. Sein Design hebt ihn angenehm von der automobilen Massenware ab und das im Vergleich zu anderen kleinere Gepäckabteil ist immer noch deutlich größer als die der so genannten Lifestyle-Kombis. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist gut, zumal Nissan derzeit mit dem so genannten "Plus"-Modellen mehr Ausstattung fürs Geld bietet.

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