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Der Toyota Prius hat Preise abgeräumt ohne Ende: "Auto des Jahres in Europa", "Car of the Year" in den USA, um die beiden wichtigsten zu nennen. Die Fachwelt honoriert den Vorsprung der Japaner in der Hybridtechnologie, den sich Toyota mit Honda teilt. In der Tat ist es faszinierend, dass ein Hightechmobil so problemlos über die Straßen rollt und dazu ständig das Gewissen des Autofahrers erleichtert. Der Sparfaktor ist allerdings nicht so groß wie erwartet - 6,7 Liter Super auf 100 Kilometern sind kein Quantensprung.

 

Dazu sei gesagt, dass der Prius im Test teilweise recht flott über die Autobahn gescheucht wurde und die Kälte dazu zwang, häufig sämtliche elektrischen Zusatzverbraucher im Fahrzeug in Betrieb zu nehmen. In der Praxis drückt der Fahrer den Startknopf - und hört erst mal gar nichts. Der Elektromotor arbeitet unhörbar. Ein winziger Wählhebel für die Automatik muss betätigt werden, dann rollt der Prius geräuschlos los. Erst wenn der Benziner seine Arbeit aufnimmt - nach dem Anfahren - merkt man, dass der Hybride (bedeutet von zweierlei Art) wirklich läuft. Wer normal aufs Gas tritt und bei der Beschleunigung normale Maßstäbe anlegt, fährt meist mit dem Ottomotor und dann eben auch nicht sparsamer als ein anderes Auto. Sparen ist also auch hier eine Frage der Einstellung. An der Ampel schaltet sich der Prius ab, bei einem Tritt aufs Gaspedal rollt er wieder an.

Trotzdem ist es verblüffend, wie ruckfrei und problemlos der Wechsel zwischen Elektro- und Benzinbetrieb funktioniert. Wer sich nur auf die Batterie verlässt - die während der Fahrt mit kinetischer Energie wieder aufgeladen wird - hat eine Reichweite von maximal 25 Kilometern. 68 PS liefert der Elektromotor, 78 PS der 1,5-Liter-Benziner. Wenn beide, - mechanisch verbunden über ein Planetengetriebe - zusammen arbeiten, stehen laut Toyota 113 PS zur Verfügung. Das maximale Drehmoment, dass die Japaner durch die Kombination von Elektro- und Benzinantrieb mit satten 478 Newtonmetern angeben, erschließt sich nicht. Der Prius beschleunigt ordentlich, mehr nicht. Der Spurt auf Tempo 100 soll in 10,9 Sekunden gelingen. Auf der Autobahn wird bei 170 (der Digital-Tacho zeigt dann 180 km/h) rigoros abgeriegelt.

Ein Zentraldisplay informiert über die Energieströme, die zwischen den Motoren fließen. Zu Anfang lenkt das durchaus ab. Will man doch stets wissen, in welchem Modus der Prius sich bewegt und ob der Verbrauch wirklich niedrig ist. Der Monitor lässt sich allerdings auch abschalten. Ansonsten ist die Bedienung relativ einfach, alle wichtigen Funktionen lassen sich über Lenkradtasten steuern, ein Touchscreen erleichtert zusätzlich das Handling.

Der Prius ist 4,45 Meter lang. Er bietet ordentliche Platzverhältnisse vorn wie hinten und bei Bedarf bis zu 1210 Liter Ladevolumen bei komplett umgelegter Rückbank, sonst sind es immer noch ordentliche 408 Liter. Erfreulich: die guten Sitze vorn und die im Testwagen wirklich gute Verarbeitung. Hier fast sich alles gut an, der Materialmix wirkt stimmig. Die Batterie - hinten in einem doppelten Boden im Kofferraum verstaut - kostet wenig Stauraum uns ist deutlich leichter als beim Vorgänger. Die coupémäßig anmutende Form verleiht dem Auto sogar eine hohe Eigenständigkeit im automobilen Einheitsbrei und sorgt vor allen vorn für ein gutes Raumgefühl. Weil die Heckscheibe einen guten Blick nach hinten ermöglicht, ist Parken einfach.

Im Alltagsbetrieb freut sich der Fahrer über guten Komfort, eine fest zupackende Bremse und (in der Testversion "Executive") eine sehr gute Ausstattung. Der Prius liegt gut auf der Straße, lediglich die etwas gefühllose Lenkung trübt das Bild. Durch umfangreiche Arbeiten im Windkanal (Luftwiderstandsbeiwert 0,26) ist der Prius nicht nur relativ sparsam, sondern auch sehr leise. Windgeräusche dringen nur bedingt an die Ohren der Insassen. Die Sicherheitsausstattung ist mit acht Airbags, ABS mir EBD sowie ESP komplett.

Der Prius bietet die gleichen Garantieleistungen wie jeder andere Toyota. Die Japaner geben auf den Hybridantrieb acht Jahre Garantie, gehen aber davon aus, dass er länger hält. Ansonsten gelten drei Jahre oder 100 000 Kilometer. Alle 15 000 Kilometer muss er zum Ölwechsel, alle 30 000 Kilometer zur Inspektion. Dazu sind die Versicherungseinstufung zivil. Ein Schnäppchen ist der Hybride nicht - allerdings sind 25 400 Euro für ein Auto mit Klimaautomatik, 6-fach-CD-Wechsler, Zentralverriegelung samt Keyless-Go, vier elektrischen Fensterhebern und vielem anderen mehr auch nicht teuer.

Ein Trendsetter ist der Besitzer eines Prius auf jeden Fall, denn derzeit werden pro Jahr höchsten 2000 pro Jahr bei uns verkauft. Das Fahrzeug ist nicht nur ein Blick in die Zukunft, es ist auch völlig alltagstauglich. Allein dafür gebührt Toyota viel Respekt. Der Spareffekt ist vielleicht geringer als erwartet, trotzdem bläst ein Prius immer noch deutlich weniger Stickoxide in die Luft als ein Selbstzünder und verbraucht weniger als ein vergleichbarer Benziner.

Die wichtigsten Daten:

Länge/Breite/Höhe 4450/1725/1490 mm, Radstand 2700 mm, Wendekreis 10,2 m, Leergewicht 1375 kg, Zuladung 350 kg, Kofferraum 408 bis 1210 l, Tank 45 l, Benzinmotor mit vier Zylindern, Hubraum 1497 Kubikzentimeter, Leistung 57 kW (78 PS), Elektromotor 50 kW/68 PS, Gesamt 82 kW/113 PS, maximales Drehmoment 478 Nm bis 22 km/h mit Elektromotor, 115 Nm bei 4000 U/min, Beschleunigung auf 100 km/h 10,9 Sekunden, Vmax 170 km/h, EU Normverbrauch im Mittel 4,3 l Super, Testverbrauch laut Bordcomputer 6,7l. Abgasnorm Euro 4, Versicherungseinstufung HPFL 17, TK 18, VK 17, Preis mit Automatik ab 23 500 Euro, Ausstattung Executive ab 25 400 Euro.<

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