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Dürfen Kombis immer groß sein? Der Käufer hat die Antwort längst gegeben. Audi A4 Avant und BMW Dreier, deren Kofferräume kleiner sind als die vieler Kompaktwagen, sind Bestseller. Zum Transport einer karierten Decke, so Spötter, reicht der Stauraum alle Male aus. Und so oft, wie es Möbelmärkte gern hätten, kauft man ja auch nicht eine neue Couch oder einen Esstisch. Was bleibt, ist die Gewissheit, auf größere Transportaufgaben besser vorbereitet zu sein als mit einer Limousine.

 

Exakt auf Käufer dieser Autos, aber auch auf junge Familien, die den Sprung aus der Kompaktklasse wagen wollen, spekuliert Volvo mit dem neuen V50, dem Kombi-Ableger des kürzlich vorgestellten S40. Beide nutzen die Bodengruppe des Ford C-Max, auf der heute schon der Mazda 3 und demnächst der Ford Focus C-Max steht. Die alte 40er-Baureihe, stilistisch nicht mehr in die neue Designsprache des Schweden passendes Produkt einer Kooperation zwischen Volvo und Mitsubishi, läuft demnächst aus V50 also. Rund 4,5 Meter lang und aus jeder Perspektive sofort als Volvo erkennbar. Breite Schultern, mächtiger Kühlergrill, hohe Leuchten am Heck, das mehr gerundet ist als beim größeren V70 und an den großen Allradler XC 90 erinnern. Die Zeiten, als das einzig Runde an einem Volvo die vier Räder waren, sind lange vorbei.

Gegenüber dem neuen S40, dessen Fond-Beinraum für Erwachsene eher knapp ausfällt, wurde die Rücksitzbank etwas weiter hinten montiert  mit spürbaren Folgen: Im V50 bleibt genügend Platz für lange Beine, dank des weit nach hinten gezogenen Kombi-Dachs reicht auch die Kopffreiheit gut aus. Wegen dieser Maßnahme ist allerdings der Kofferraum eher klein ausgefallen. 417 Liter sind es bis unter die geschlossene Laderaumabdeckung. 1307 Liter sind es bei umgelegten Rücksitzlehnen und damit auch nicht deutlich mehr als bei mancher kompakten Schräghecklimousine. Für das Urlaubsgepäck einer jungen Familie oder Raum greifende Hobbygerätschaften dürfte das Angebot dennoch gut ausreichen, zumal sich die Lehne des Beifahrersitzes bei allen V50 serienmäßig nach vorn klappen lässt.

Doch man lädt und klappt ja nicht immer. Die meiste Zeit mit einem Auto verbringt man fahrend. Und da gibt es wenig Grund, am neuen kleinen Volvo-Kombi herum zu meckern. Die straff gepolsterten Sitze sind zwar nicht so rundum glücklich machend wie etwa im V70, doch sehr bequem. Das Armaturenbrett mit einer sehr flachen, frei schwebenden Mittelkonsole im Stil edler Hifi-Anlagen ist ein erfreulicher Anblick, ohne die Funktionalität auf dem Altar des Designs zu opfern. Die Materialien zeigen, dass Volvo sich zu den Premium-Marken rechnet, und die Verarbeitung der gefahrenen Vorserien-Exemplare zeigte hohes Niveau.

Zum Verkaufsstart Mitte April gibt es den V50 mit drei Fünfzylinder-Benzinern (140 bis 220 PS, 24 350 bis 30 850 Euro) und einem Zweiliter Diesel (ab 24 950 Euro). Keine Schnäppchenpreise, fürwahr, doch ein CD-Radio und eine Klimaanlage sind stets serienmäßig an Bord, so dass man aus der langen Liste der Sonderausstattungen eigentlich nichts weiter braucht zum Glücklichsein. Im Sommer bekommt der Diesel einen Partikelfilter und ward sauber nach Euro 4-Abgasnorm, dann kommt auch ein 1,8-Liter-Benziner mit 125 PS. Die Motorenpalette komplettieren Anfang 2005 die 1,6-Liter-Basismotoren mit 100 PS (Benziner) und 110 PS (Diesel).

Zum ersten Kennenlernen wählten wir den 136 PS und 320 Newtonmeter starken Zweiliter-Diesel, der von Peugeot und Ford entwickelt wurde und auch im Ford-Van C-Max Dienst tut. Er läuft leise und geschmeidig mit angenehmer Leistungscharakteristik. Das Sechsganggetriebe schaltet sich präzise mit knackig-kurzen Wegen und ermöglicht auch hohes Autobahntempo bei moderaten Innengeräuschen. Aus dem Stand auf 100 km/h soll es in 9,6 Sekunden gehen, die Spitze liegt bei 210 km/h, der Normverbrauch bei 5,7 Litern. Das Fahrwerk trägt dem dynamischen Anspruch des V50 mit einer straffen Grundabstimmung Rechnung, ohne sich unziemliche Härten zu erlauben. Die Lenkung fordert wenig Kraftaufwand und verstärkt damit beim Rangieren das Gefühl, einausgesprochen handliches Auto zu bewegen.

Ein anderes Kaliber ist der V50 T5 mit 220 Turbo-PS, den es gegen 2500 Euro Aufpreis auch mit Allradantrieb gibt. Er rollt auf Niederquerschnittsreifen Rädern spürbar härter ab und reicht Schlaglöcher direkter in den Innenraum weiter, ist mit dieser konsequenteren Fahrwerksabstimmung aber gut beraten. Schließlich nennt Volvo 240 km/h Spitze. Komfort gegen Sicherheitsreserven  so lautet der Deal hier. Zehn Prozent unter dem Audi A4 Avant und 17 Prozent unter dem Dreier-BMW liege der V50 preislich, sagt Volvo. Das dürfte dem V50 helfen, seinen Weg zu machen.

 

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