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Fahrberichte

Hauptsitz: England
Gegründet: 1922
Jaguar Cars Ltd. in Großbritannien, in den Vereinigten Staaten, ist eine britische Nobel-Automobilmarke mit einem Entwicklungszentrum in Whitley im Süden von Coventry sowie Werken in Castle Bromwich bei Birmingham und Halewood bei Liverpool (alle in Großbritannien). Seit Ende 1989 gehört das Unternehmen zur Ford Motor Company.

Geschichte
1922 gründete Sir William Lyons in Blackpool mit William Walmsley das Unternehmen "Swallow" und stellte zunächst Motorradbeiwagen her. Die Firma nannte sich daher "Swallow Sidecars - S.S.". Ab Herbst 1926, nach dem Umzug in eine größere Werkstatt, bot das Unternehmen auch Karosseriereparaturen an. Seit 1927 wurden komplette, sportliche Karosserien hergestellt, zunächst u. a. auf der Basis des Austin Seven, ab 1929 auch für Chassis der Marke Standard. 1928 zog das Unternehmen nach Foleshill am Nordrand von Coventry um. 1931 konnte das erste Fahrzeug mit einem eigens für Swallow hergestellten, besonders niedrigen Chassis vorgestellt werden. Das Chassis wurde jedoch weiterhin bei Standard montiert. Es konnte keine Übereinkunft erzielt werden, ob bei der Bezeichnung dieses Wagens der Name „Standard“ oder „Swallow“ zuerst genannt werden sollte. Die ab 1931 gebauten Fahrzeuge erhielten den Markennamen „S.S.“ als diplomatische Lösung dieses Streits. ( Anm.: Diese Version ist nicht nachvollziehbar da der Name "Swallow Sidecars - S.S." bereits bestand) Anfang 1935 erschien auf der Basis dieses S.S. 1 ein zweisitziger Sportwagen mit der Bezeichnung S.S. 90. Neben dem S.S. 1 mit Sechszylindermotoren von 16 und 20 HP (Steuer-PS, die Angabe entspricht etwa 2 und 2,5 Litern Hubraum) gab es den S.S. 2 mit anfangs 9, ab Modelljahr 1934 10 und 12 HP.

Im Oktober 1935 präsentierte Lyons seine erste viertürige Limousine, für die der Standard-Motor mit Hilfe von Harry Weslake hängende Ventile (OHV) erhielt und damit über 100 PS abgab. Das Fahrzeug wurde S.S. Jaguar genannt. Wieder gab es eine Variante mit einem Vierzylindermotor von gut 1 ½ Litern Hubraum, die weiterhin über seitengesteuerte Ventile verfügte. Das Sechszylinder-Hochleistungstriebwerk kam auch in dem bisherigen S.S. 1 Tourer und dem Sportwagen zum Einsatz, der nun fast 100 mph (160 km/h) schnell war und deshalb S.S. 100 genannt wurde. Diese neuen S.S.-Modelle waren im Vergleich zu ähnlichen Autos von Bentley oder Alvis sehr preiswert, was zum guten Ruf des Namens „Jaguar“ beitrug. Als Spitzenmodell kam Ende 1937 der 3 ½ Litre mit 125 bhp hinzu, sowohl in der Limousine als auch im Sportwagen. Gleichzeitig wurde eine zweitürige Cabriolet-Ausführung mit allen drei Motorgrößen vorgestellt, das "Drophead Coupé".

Nach dem Zweiten Weltkrieg verzichtete das Unternehmen auf das Markenzeichen „S.S.“, und der Name „Jaguar“ avancierte 1945 zum Markennamen – das Kürzel SS weckte auch in England zu starke Assoziationen an die Schutzstaffel der Nationalsozialisten in Deutschland.

Im Oktober 1948 stellte Jaguar auf der London Motor Show den XK 120 vor, der mit einer beeindruckenden Linienführung und ausgezeichneten Fahrleistungen für den Durchbruch der Marke sorgte. Die Besonderheit des Modells war der neu konstruierte XK-Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen (DOHC), hängenden Ventilen und halbkugelförmigen Brennräumen. Die Bezeichnung „XK“ stammt aus der Entwicklungsphase und wird bis heute für die sportlichen Modelle der Marke verwendet. Dabei benutzt Jaguar schlicht Regeln der Mathematik. Eine Unbekannte bezeichnet man in der Mathematik mit "X". Das ist der Beginn einer Entwicklung, also die Unbekannte. Die einzelnen Entwicklungsstufen sind daher "XA" "XB" usw. Das Endergebnis des Motors war also der "XK"-Motor. Der XK 120 C oder C-Type (C für Competition) verwendete ebenfalls dieses außergewöhnliche, trotz aufwendiger Konstruktion, sehr zuverlässige Aggregat. Der XK Motor in Rennausführung gewann erstmals 1951 unter dem Rennleiter Lofty England für Jaguar das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

Ein weiterer Sieg in Le Mans folgte 1953, und die weiterentwickelten D-Type waren dort 1955, 1956 und 1957 siegreich. Die "C" und "D" Typen basierten weitestgehend auf den Serienfahrzeugen. Natürlich wurde motorseits ständig mit Neuentwicklungen experimentiert. Aber diese Rennfahrzeuge wurden noch 'per Straße' von Coventry/GB nach Le Mans/F gefahren. Sie verfügten über Gitterrohrrahmen (beim D-Type teilselbsttragende Aluminiumkarosserie) und mit Längslenker und Panhardstab geführte Hinterachsen. Auf der Basis des D-Type wurde 1956 der XK-SS als straßentaugliche Version dieses Rennsportwagens entwickelt. Die Kleinserienproduktion dieses Roadsters beendete im Februar 1957 ein Großfeuer, dem mehr als ein Drittel der Produktionsanlagen zum Opfer fiel. Die 17 gebauten XK-SS sind heute begehrte Sammlerobjekte.

Die erfolgreichen Renneinsätze beflügelten auch den Verkauf, was sich in den Absatzzahlen des XK 120 und seines Ende 1954 vorgestellten Nachfolgemodells XK 140 widerspiegelte. Dieser wurde schon im Mai 1957 durch den XK 150 abgelöst, der auf dem gleichen Fahrgestell aufbaute, aber eine modernisierte Karosserielinie aufwies. Es war der Beginn der 'Pontonform'. Der XK 150 hatte zunaechst auch den 3.4 Liter Motor, spaeter den 3.8er. Den XK 150 gab es dann auch in einer Leistungsgesteigerten Variante und nannte sich XK-150S. Er war mit dem 3.8Liter Motor ausgeruestet und hatte stets 3 Vergaser. In diese Zeit fiel auch die Einfuehrung von Scheibenbremsen bei Jaguar als erstem Hersteller ueberhaupt.

Der XK-Motor war eigentlich für eine neue viertürige Luxuslimousine konstruiert worden, deren Entwicklung aber erst 1950 abgeschlossen war. Diese Limousine in der Nachfolge des aus den Vorkriegsmodellen hervorgegangenen Mark V wurde unter der Bezeichnung Mark VII vorgestellt (die Bezeichnung Mark VI wurde schon bei Bentley verwendet). Auf Grundlage des Mark VII wurde 1954 der nochmals leistungsstärkere Mark VII M entwickelt - dieser gewann 1956 die Rallye Monte Carlo - und 1956 der stilistisch überarbeitete Mark VIII. Die Version mit auf 3,8 Liter Hubraum aufgebohrtem XK-Motor und Scheibenbremsen erhielt im Herbst 1958 die Bezeichnung Mark IX.

Diese Modelle verfügten allesamt noch über einen soliden Fahrwerksrahmen. Selbsttragende Karosserieausführungen gehörten bei allen großen Herstellern inzwischen zum allgemeinen Stand der Technik. Bei Jaguar experimentierte man mit dieser Art von Karosseriebau zunächst bei dem recht kompakten, im Oktober 1955 vorgestellten 2.4 Litre. Da dieser insbesondere für den amerikanischen Geschmack nicht genügend Leistung bot, war er ab März 1957 - nur wenige Wochen nach dem großen Werksbrand - auch mit der 3,4 Liter-Maschine erhältlich. Im Oktober 1959 präsentierte man das daraus weiterentwickelte Modell Mark 2, einen geradezu klassischen Tourenwagen (vierfacher Sieg der Tour de France Automobile in Folge, Gewinn der ersten Europäischen Tourenwagen-Meisterschaft 1963). Der MKII war mit dem 3.8 Ltr XK Motor ausgestattet. Mit dem MKII wurden beachtliche Erfolge im Turenwagensport errungen (Siehe auch Fahrer Peter Lindner/Peter Noecker).

Anfang des Jahres 1960 kaufte Lyons von der Birmingham Small Arms Company, dem Hersteller der BSA-, Triumph- und Ariel-Motorräder, die Daimler Motor Company, deren Modelle bis Mitte der fünfziger Jahre vom britischen Königshaus gefahren worden waren. Die neuen Limousinen Majestic Major und DR 450 sowie den Kunststoff-Sportwagen Daimler DartSP 250. Letzterer wurde allerdings erheblich verbessert, bis er 1964 aus dem Angebot genommen wurde. Sein Motor wurde ab Herbst 1962 im Jaguar Mark 2 weiter verwendet, der in dieser Ausführung Daimler V8 2 ½ Litre bzw. ab Herbst 1967 250 V8 hieß. Der Dart/SP 250 hatte eine einmalige Konstruktionseigenschaft. Die Hinterachse war unterhalb des Rahmens angelenkt. Es nannte sich 'underslang chassi'. Eine Konstruktion die niemals wieder Verwndung fand. 1961 wurde auf dem Genfer Auto-Salon der Jaguar E-Type, in den USA XK-E benannt, der Öffentlichkeit vorgestellt. Der E-Typ ist eine Mischung aus Rohrrahmen – von vorn bis an die A-Säule – und selbsttragender Karosse von der A-Säule bis hinten. Er verfügt über eine eigenartige Einzelradaufhängung hinten. Die hintere Radaufhängung besteht aus einem Doppelrahmen, der quer zur Fahrtrichtung von Rad zu Rad eingebaut wird. Dieser Doppelrahmen nimmt alle Teile der hinteren Radaufhängung auf und ist als eigenständiges Bauteil mittels Hardgummiprofilen an der Karosse befestigt. Man kann also die hintere Radaufhängung komplett inclusive der Räder, Differential, innenliegenden Scheibenbremsen vom Fahrzeug trennen. Gleiche Bauweise der Hinterradaufhängung fand man bis in die XJ Typen späterer Jahre. Gleichwohl war es eher ein Glücksfall, dass der E-Type – ebenso wie seinerzeit der XK 120 – gleich bei seinem ersten Rennauftritt den Sieg davontrug. Rennerfolge des damaligen Wiesbadener Jaguar-Importeurs Peter Lindner und seines Co-Piloten Peter Noecker waren zwar vorhanden, aber wenn auf der Rennstrecke ein Ferrari 250 GTO mitfuhr, waren Erfolge für Jaguar nicht machbar.

Die 1963 lancierte Kleinserie "Lightweight" mit Aluminium-Karosserie sollte diesem Umstand Abhilfe schaffen. Aber auch der Lightweight hatte nicht die Fahreigenschaften und Straßenlage eines Ferrari 250 GTO. Dies wurde auch Peter Lindner zum tödlichen Nachteil. In Monthlery / Frankreich kam Peter Lindner aus der Kurve vor Start und Ziel bereits quer heraus, schleuderte in ein Streckenpostenzelt und verstarb. Der E-Type wurde total zerstört, später aber, weitestgehend mit Neuteilen, wieder aufgebaut. Peter Nöcker, der später bei Porsche fuhr, stellte dann auch dem E-Type ein vernichtendes Urteil aus. "Beim E-Typ wusste man nie, ob er vorne oder hinten wegging. Den haben wir nie richtig zum Fahren bringen können, außer auf der Geraden" (O-Ton Peter Nöcker).

Mit dem Mark X mit selbsttragender Karosserie und der flachen, gestreckten Form mit Doppelscheinwerfern ging im Herbst 1961 die Epoche der Chassisrahmen bei Jaguar zuende. Das Styling dieses Modells beeinflusste ebenso wie die Grundform des E-Type das Jaguar-Design bis über die Jahrtausendwende hinaus. Hinzu kam ab 1963 der S-Type (3.4 bzw. 3.8 S) mit leicht verlängerter Mark-2-Karosserie und der Hinterradaufhängung der größeren Modelle. Weil der Wagen stilistisch nicht sehr ausgewogen wirkte, wurde das Angebot im Herbst 1966 durch den Jaguar 420 mit der vom Mark X (nun 420 G) bekannten Frontpartie ergänzt. Vom 420 gab es außerdem eine etwas üppiger ausgestattete Ausführung mit der Bezeichnung "Daimler Sovereign". Der Kühlergrill und der Kofferraumdeckel mit geriffelten ("fluted") Oberflächen waren die äußerlichen Daimler-Insignien.

1966 war Jaguar mit der British Motor Corporation (BMC (dazu gehörend beispielsweise Austin, Morris und MG) zur British Motor Holdings (BMH) und über diese hinaus 1968 mit Leyland (Rover, Triumph) zur British Leyland Motor Corporation (BLMC) fusioniert, später nur mehr British Leyland genannt.

1968 wurde der XJ 6 mit dem bewährten langhubigen 4,2 Liter XK-Motor und einer neuen Kurzhub-Variante mit 2,8 Litern Hubraum eingeführt. Es folgte 1972 mit dem XJ 12 der für 15 Jahre einzige Viertürer der Welt mit dem prestigeträchtigen Zwölfzylindermotor, der schon 1971 in den E-Type Verwendung gefunden hatte. Sowohl im E-Typ als auch im XJ war der V12 mit Vergasern bestückt. Das Prestige musste mit ca. 30 l auf 100Km bezahlt werden.

Mitte der 1970er Jahre geriet BLMC und damit auch Jaguar auf Grund von Streiks, Managementfehlern und Qualitätsproblemen in finanzielle Bedrängnis und wurde daraus resultierend unter staatliche Kontrolle gestellt. Im Ruf schlechter Fertigungsqualität standen besonders die Modelle XJ 6 und die XJ 12 der von Ende 1973 bis Anfang 1979 angebotenen Serie 2. Die Serie 2 wurde durch eine attraktive Coupévariante XJ 6 C und XJ 12 C bereichert, deren Produktion erst 1975 anlief und bereits Ende 1977 wieder eingestellt wurde. Vorgestellt wurde das Coupe aber bereits 1973 auf dem Pariser Salon. Das XJ-Coupe ist unumstritten eines der schönsten Automobile die jemals gebaut wurden. Es basiert auf übriggebliebenen Chassis der Serie 1 (SWB = Short-Wheel-Base. Serie II - LWB = Long-Wheel-Base). Eine Besonderheit dabei ist, dass das Coupé, obwohl es aus der Serie I stammt (SWB), die komplette Vorderfront der Serie II mit dem kleineren Kühler und der darunter liegenden Lufthutze hat. Diese Chassis lagen im Werk in Coventry herum und sollten eigentlich eingestampft werden. Dann kam man auf die Idee mit den zweitürigen Limousinen Coupes.

Vorangegangen aber war eine Vorführung des XJ Serie I bei der Englischen Königin. Diese nahm im Fond Platz und musste ihren Hut abnehmen wegen Platzmangels – undenkbar für die Englische Koenigin. So entschloss man sich bei Jaguar, schlichtweg den Radstand des XJ zu verlängern, damit die Dachlinie angehoben werden konnte und die Königin ihren Hut aufbehalten konnte. In der Serie II kann man daher hinter den Rücksitzen im Chassis-Boden noch die Schweißnähte sehen, wo man einen ca. 12 cm breiten Streifen einfach einschweißte, um den Radstand zu verlängern.

Ebenfalls in das Jahr 1975 fiel die Premiere des XJ-S, der mit seiner großen Coupékarosserie und den mächtigen Stoßfängern nach neuesten US-Normen zunächst nicht den Vorstellungen eines E-Type-Nachfolgers entsprach. Auch im Innenraum war der XJ-S in den ersten Produktionsjahren dem damaligen Zeitgeist entsprechend zunächst nicht mit Holzpaneelen ausgestattet. Dies wurde erst im Rahmen späterer Modellpflegemaßnahmen korrigiert. Mit der Einführung des XJ-S wurde auch der V12 mit einer Benzineinspritzung versehen. Diese verbesserte zwar den Benzinverbrauch, aber ca. 25 Liter wollte der 12 Zylinder immer noch verbrauchen. Bei schneller Fahrweise von über 200Km/h Schnitt waren es auch noch 30 Liter und darüber.

Der Entwicklungs-Chef Bob Knight hatte es während der BLMC-Jahre verstanden, die technische Eigenständigkeit der Marke zu bewahren. 1980 hatte (Sir) John Egan die Leitung bei Jaguar übernommen; in diesem Jahr konnten nur noch gut 13.000 Jaguar-Fahrzeuge verkauft werden. Dank eines grundlegend verbesserten Qualitätsmanagements während der seit 1979 laufenden Serienfertigung der XJ 6 und XJ 12 Serie 3 stiegen die Absatzzahlen danach wieder an. Hier muss angemerkt werden, wie man bei Jaguar „Qualitätsmanagement“ verstand. Eagan kaufte unter größter Geheimhaltung einige Mercedes-Modelle, ließ sie im Werk komplett zerlegen, und man erforschte Qualität „made in Germany“. Mit dem Ergebnis, dass Jaguar britischen Zulieferern kündigte und z.B. Bosch und anderen deutschen Zulieferern den Vorzug gab.

1982 wurde die Austin Rover Group (ARG) gegründet, in der die meisten Marken von British Leyland weitergeführt wurden. Jaguar und Daimler wurden jedoch in der Jaguar Car Holdings weitergeführt, bis sie sich mittels einer Aktienemission im August 1984 lösen konnten. In diesen Zeitraum fällt auch das erfolgreiche Engagement im Motorsport: Anfangs in der Europäischen Tourenwagen-Meisterschaft mit dem XJ-S. Tom Walkinshaw wurde mit dem XJ-S H.E. Europatourenwagen Meister. Später mit Sportwagen-Prototypen von Bob Tullius und TWR (Tom Walkinshaw Racing), die 1988 und 1990 wichtige Siege im 24-Stunden-Rennen von Le Mans errangen. Der XJ-S profitierte ebenso wie der XJ 12 von der Einführung einer besonders sparsamen Ausführung des V12-Motors mit „Fireball“-Brennräumen. V12 H.E. - High Efficiancy - genannt. Damit wurde das Grundproblem des V12 beseitigt, ein unzeitgemäßer Benzinverbrauch von weit mehr als 20 l auf 100 km.

Liebhaber des XJ-S sehnten sich nach einer offenen Ausführung. So wurde im Oktober 1983 als Interimslösung der XJ-SC mit einem festem Dachbügel und Scheibenrahmen vorgestellt. Diese erhielt erstmals den als Nachfolger der altbewährten XK-Maschine entwickelten AJ6-Motor mit 3,6 Litern Hubraum, Jaguars ersten Serien-Vierventiler. Zum Modelljahr 1986 war der XJ-SC auch mit dem V12-Motor erhältlich. Der XJ-SC wurde Anfang 1988 durch das Vollcabrio XJ-S Convertible ersetzt, das nur noch mit V12-Motor erhältlich war. 1991 wurde dann die gesamte XJ-S-Baureihe gründlich überarbeitet; fortan entfiel der Bindestrich in der Modellbezeichnung. Im Frühjahr 1993 übernahm der Jaguar XJS den von 5.3l auf 6.0l erweiterten und überarbeiten V12. Modifikationen wie Airbags und Wegfahrsperre wurden Bestandteil der technischen Ausstattung. Der XJS erhielt Mitte 1994 den AJ 16-Motor (ebenso wenige Monate später auch die neu vorgestellte Limousine), der V12 blieb unverändert. Die Baureihe wurde im April 1996 nach der Produktion von über 100.000 Einheiten und mehr als zwanzig Jahren Bauzeit eingestellt. Zwar war zwischenzeitlich ein potentieller Nachfolger entwickelt worden, doch verwarf Jaguar diesen Entwurf, der schließlich, weiter modifiziert, als DB7 der Schwestermarke Aston Martin bekannt wurde.

Im Oktober 1986 wurde der vollständig neu konstruierte XJ 40 als Nachfolger des XJ 6 vorgestellt, in den bekannten Ausführungen XJ 6, Sovereign und Daimler (in USA Jaguar Vanden Plas genannt), ausgestattet mit der inzwischen stark verfeinerten AJ6-Maschine, die es auch hier in einer kleineren Ausgabe mit 2,9 Litern Hubraum und dem Zwölfzylinder-Kopf mit nur zwei Ventilen je Zylinder gab. Der V12 selbst, auf sechs Liter Hubraum vergrößert, fand erst ab Februar 1993 in der modernen Limousine mit dem Code XJ 81 Verwendung. Kurze Zeit später waren die gehobeneren Ausführungen von XJ 40 und XJ 81 auch als Majestic mit langem Radstand erhältlich (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Sondermodell für die USA aus dem Jahr 1990).

Ende 1989 wurde Jaguar von der amerikanischen Ford Motor Company übernommen. Ford fasste 1998 die Marken Jaguar, Aston Martin und Lincoln zur Premier Automotive Group (kurz PAG) zusammen. Die Marke Lincoln wurde jedoch bald wieder als Modellreihe hinsichtlich Modellentwicklung und Marketing der Marke Ford zur Seite gestellt. 1999 wurden der PAG durch Hinzukauf die Marke Volvo und 2000 Land Rover hinzugefügt. Die Marke Aston Martin wurde Anfang 2007 vom Ford-Konzern wieder verkauft.

Mitte der 1990er Jahre erreichte Jaguar unter der Ford-Regie erstmals die Gewinnzone. Dies war den im Herbst 1994 eingeführten Limousinen XJ6/XJ12/XJR der Reihe X 300 und dem im Herbst 1996 eingeführten, in der Linienführung dem E-Type huldigenden Sportwagen XK 8 zu verdanken. Die Limousine war keine vollständige Neukonstruktion, sondern ein optisch sehr gelungenes, tiefgreifendes Facelifting der Vorgängerbaureihe mit AJ 16- und V12-Motoren. Im XK 8 debütierte der von Jaguar völlig neu konstruierte AJ 26 Vierliter-V8-Motor, der ein Jahr später auch in den Limousinen Verwendung fand, hier auch als 3,2 Liter und als Kompressor (XJR), wie er bald danach auch im Sportwagen XKR zu finden war. Der legendäre V12 wurde nach mehr als 25 Jahren Bauzeit eingestellt. Dem Jaguar V12 Motor wird in allen Fachkreisen bescheinigt, das er der laufruhigste jemals gebaute V12 war und ist. Die intern nunmehr X 308 titulierte Baureihe war äußerlich kaum von ihren Vorgängern zu unterscheiden, während Innenraum und Armaturenbrett einer grundlegenden Überarbeitung unterzogen worden waren.

Mit Hilfe zweier kompakterer Limousinenbaureihen sollte die Produktionskapazität von 50.000 auf 200.000 Einheiten pro Jahr erweitert werden. Hierzu wurde insbesondere das Werk Halewood bei Liverpool praktisch vollständig saniert (hier waren bis Ende der neunziger Jahre die Ford Escort-Modellreihen montiert worden). Während der seit 1999 aus dem Werk Castle Bromwich lieferbare S-Type die in ihn gehegten Erwartungen vollauf erfüllte, wollte dies mit dem kleineren, allradgetriebenen X-Type, der ab 2001 im Werk Halewood entstand, nicht gelingen. Das lag zum einem an dem nicht sonderlich erfolgreichen, aber kostspieligen Formel-1-Engagement von Ford unter der Marke Jaguar von 2000 bis 2004 (siehe Jaguar Racing), zum anderen auch daran, dass der von der Kundschaft heiß ersehnte Sportwagen-Prototyp F-Type trotz zahlreicher Vorbestellungen nicht den Weg in die Serienfertigung fand. Beide Entscheidungen gingen auf Jacques Nasser, den damaligen Hauptverantwortlichen bei Ford, sowie auf den Jaguar- und PAG-Chef Dr. Wolfgang Reitzle zurück, letzterer viele Jahre Technik-Vorstand bei BMW, der 2003 nach Deutschland zurückkehrte.

Erst mit dem Dieselmotor (2.0 und 2.2 Liter) und dem sportlich-eleganten Kombi X-Type Estate verbesserten sich die Absatzzahlen der Modellreihe. Gleichwohl kämpfte Jaguar mit beträchtlichen Überkapazitäten – Grund für die hohen Verluste, die Jaguar nun zu verkraften hatte. Im Jahr 2005 baute Jaguar in England 1150 Stellen ab und verkaufte das seit 1952 benutzte Jaguar-Stammwerk Browns Lane in Allesley bei Coventry. Das Werk Halewood wird inzwischen von Land Rover mit genutzt.

Mit der 2003 eingeführten Baureihe X350 erreichte Jaguar mit seinem Spitzenmodell auch technologisch wieder eine Spitzenstellung: Diese Limousine war Jaguars erster Versuch mit einer Vollaluminium-Konstruktion in der Serienproduktion, die so gut wie vollständig ohne die bei anderen Fabrikaten üblichen Strangpressprofile auskam. Die V8-Motoren verfügten über 3,5 bzw. wie auch bei den anderen Modellen über 4,2 Liter Hubraum. Das Angebot wurde Anfang 2005 mit dem 2,7 Liter Dieselmotor ergänzt, der bereits ein Jahr lang im ((Jaguar S-Type|S-Type]] mit gutem Durchzug und durch hohe Laufruhe überzeugt hatte. Mit der Luftfederung wurde trotz des geringen Gewichts ein erstklassiger Fahrkomfort geboten.

Mit dem 2005 im Anschluss an die Studie "Advanced Lightweight Coupé" vorgestellten Aluminium-Sportwagen XK/XKR wurde die Marke Jaguar auch für Sportfahrer attraktiver. Die Kompressorausführung des 4,2 Liters kam auf 416 PS. Die Automatik wurde um eine Version mit manueller Gangwahl über Paddel hinter dem Lenkrad ergänzt.

Zur IAA stellte Jaguar 2007 (nach Vorstellung der Studie C-XF Anfang des Jahres) den Nachfolger des S-Type vor. Mit dem Namen Jaguar XF wendet sich Jaguar ebenso von seiner Tradition ab wie mit der Formgebung. Technisch jedoch bleibt der neue Wagen dem Vorgänger sehr ähnlich, von der Gangwahl über Paddel und zahlreichen elektronischen Details abgesehen.

Im Juni 2007 berichtete die Financial Times, dass der US-Konzern Ford plane, die Tochtergesellschaften Jaguar und Land Rover über die Investmentbanken Goldman Sachs, Morgan Stanley und HSBC zu verkaufen. Analysten zufolge sollen beide Sparten im Paket mit umgerechnet 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro bewertet sein. Ford hatte die Arbeitnehmervertreter von Jaguar und Land Rover bereits am 20. November zu einem Treffen mit möglichen Käufern eingeladen, berichtete das "Wall Street Journal" in der Wochenendausgabe vom 3./4. November 2007. Zu den Interessenten gehören die indische Automobilfirma Tata, die indische Gruppe Mahindra & Mahindra sowie die amerikanische Beteiligungsgesellschaft One Equity. Während Land Rover im Produktionsjahr Gewinne erwirtschaftet hat, soll Jaguar zumindest seine Verluste reduziert haben.

Tata soll für den Fall einer Übernahme der Automobilsparten Zusicherungen für den Erhalt der Produktionsstandorte und der Arbeitsplätze in Großbritannien gemacht haben. Außerdem hat Tata verbindliche Aussagen zum Erhalt der beiden Marken Jaguar und Land Rover gemacht. Am 3. Januar 2008 nannte Ford Tata als bevorzugten Käufer für Jaguar und Land Rover.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Jaguar Cars aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

 

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